das ziel: großglockner
der weg: der normale - stüdlhütte, adlersruhe, glocknerleitl, kleinglockner, gipfel
das glück: dass bei einer so lang vorausgeplanten tour, das wetter so toll passt!
die fragen: mit wie vielen menschen werden wir den berg teilen müssen?
die befürchtung: bei diesem herrlichen wetter, werden nochmal die massen den gipfel stürmen!
die realität: die hütten am berg sind bereits zu und das hält die massen fern!

die tour:
donnerstag, 26. oktober, nationalfeiertag. 6 uhr, der wecker läutet. voll gepumpt mit euphorie und vorfreude fällt es mir trotz feiertags nicht schwer, aus dem bett zu springen. gleiches gilt für gigi, um punkt sieben steht er vor der tür um mich abzuholen.

die ersten rund 500 kilometer und 2100 höhenmeter unserer tour legen wir in fünf stunden zurück. ab kals blickt er uns dann bereits entgegen: the big g. leicht angeschneit reckt sich der fels in den wolkenlosen himmel. die vorstellung, am nächsten tag dort ganz oben zu stehen, kostet uns ein ungläubiges lächeln.

ungläubig, jedoch ohne lächeln, beobachten wir unsere rucksäcke, wie sie immer voller werden, mit dem proviant und der ausrüstung für die nächsten beiden tage. da wir nicht wissen, wie es im winterraum der stüdlhütte, auf der wir zwei mal nächtigen wollen, zugeht, nehmen wir lieber mehr als zu wenig mit.

ohne viel zeit zu verlieren starten wir um 14 uhr vom parkplatz beim lucknerhaus los, und ohne viel zeit zu verlieren, zeigt mir mein körper, dass er keine lust hat, sich so anzustrengen, wie ich es nun von ihm verlang! offensichtlich beschwert er sich über die verminderte sauerstoffzufuhr und dreht die innere pumpe voll auf. in meinen ohren hämmert es und meine beine sind schwer wie blei! wirklich gut im training stehe ich zur zeit ja nicht! obwohl der großglockner immer näher rückt, rückt die zuversicht in mich selbst in immer weitere ferne - genauso wie gigi, der einen topfiten eindruck macht und vorne davon zieht.

        

um 16 uhr erreichen wir die stüdlhütte - da hätten wir uns ruhig mehr zeit lassen können. aber so bleiben uns noch gute zwölf stunden zur aklimatisation.

die freude ist groß, als wir feststellen, dass abgesehen von uns, nur eine handvoll weiterer bergsteiger im winterraum quartier bezogen hat. mehr werden es auf der adlersruhe wohl auch kaum sein. und geht man von einer weiteren handvoll aus, die den berg am nächsten morgen in einem durch, von ganz unten bis ganz nach oben, machen, so bedeutet das immer noch lange keinen stau auf den letzten höhenmetern zum gipfel - so wie das zur hauptsaison üblich ist! da hab ich schon er- und abschreckende bilder gesehen

wir essen unsere nudeln in pilzsauce, plaudern noch ein wenig mit den anderen hüttengästen - und sind mit den gedanken eigentlich schon beim morgigen tag. um unsere gedanken schnellstmöglich einzuholen, legen wir uns bereits um acht uhr ins matratzenlager. herrlich: keiner der anwesehnden schnarcht! stets meine größte sorge auf einer hütte. gigi schläft trotzdem unruhigt. er träumt von der glocknerscharte, jene stelle zwischen klein- und großglockner, wo auf der einen seite die pallavicinirinne und auf der anderen seite die südrinne mehere hundert meter steil abfallen.

        

freitag, 27.10.
um 5 uhr sind wir bereits munter, also stehen wir auf, kochen tee, essen ein wenig vom striezel, packen unsere rucksäcke und brechen voller tatendrang noch vor der morgendämmerung auf. das wetter ist perfekt - es ist warm und der himmel wieder wolkenlos

nach einer halben stunde erreichen wir das ködnitzkees. zunächst fällt uns der große felsberg vor uns gar nicht auf. dann erst bemerken wir, dass wir direkt vor der südwand des glockners stehen. so nah vor uns, vermittelt er uns den trügerischen eindruck, schon so gut wie oben zu stehen. höchst motiviert legen wir die steigeisen an, binden uns lehrbuchmäßig ins seil und folgen der deutlichen spur, die über den gletscher führt.

über die felsen rauf zur adlersruhe gehen wir ohne steigeisen. schon bei den ersten schritten merken wir jedoch, dass sie eigentlich ganz gut von nutzen wären, da der weg ziemlich vereist ist. weil er aber mit stahlseilen gut versichert ist, lassen wir die eisen vorerst am rucksack.

        

bei der erzherzog johann hütte auf der adlersruhe kommen sie dann wieder an die füße, denn nun geht es rauf über das glocknerleitl, dem ca. 35 grad steilen schneefeld, das von der adlersruhe zu den felsen des kleinglockners führt. hier beginnt die kletterei. diesmal lassen wir die steigeisen gleich an den schuhen. Das klettern ist nicht sonderlich schwierig, aber aufgrund des eises in der spur, seilen wir uns sicherheitshalber an. trotz gigis proportional zur höhe zunehmenden respekts und seines eingeständnisses, sich das unternehmen unspektakulärer vorgestellt zu haben, kommen wir gut voran und stehen schon bald am kleinglockner.

        

doch dann ist da diese scharte, die gigi ihm vorfeld so sehr beschäftigt hat. und auf der anderen seite der scharte lacht uns ein relativ steiler aufschwung entgegen, von dem er im vorfeld nichts gelesen hat - eine freude für den kletterer, eine schier unüberwindbare stelle für den neuling, der damit nicht gerechnet hat. vorallem, wenn er daran denkt, das ganze auch wieder zurückgehen zu müssen.

um aus der kurzen unsicherheit erst gar kein problem werden zu lassen, tun wir zügig weiter. wir steigen in die scharte hinunter. ich gehe als erster rüber und sichere gigi nach - alles ohne komplikationen, aber mit einem beeindruckenden blick in die tiefe.

        

der aufschwung ist schön zu klettern. danach sind es nur mehr wenige meter. nur ein paar schritte und wir stehen am höchsten punkt österreichs - bei herrlichstem wetter und ...

        

... toller sicht auf so viele andere gipfel die es auch noch zu besteigen gilt!

 


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