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09.07.2009
Tieflimauer - 1822m
nix mit großem, nix mit kleinem Buchenstein
gigi, stefan, max, homer

Gebirge: Ennstaler Alpen (Gesäuse)
Talort: Gstatterboden
Route: Westkante
Schwierigkeit: 4+
Absicherung:
  » Die Route wurde offensichtlich saniert.
  » wesentlich mehr Klebehaken, als im Xeis-Auswahlführer (1. Auflage, 2002) eingezeichnet
  » An den Stände sind meist ein Klebehaken und ein geschlagener Haken.
Achtung: teilweise (im leichteren Gelände und am Abschlussgrat zum Gipfel hin) sehr brüchig
Zustieg:
  » Gstatterboden – Ennstaler Hütte ca. 2,5 Std. (ca. 950Hm)
  » Ennstaler Hütte – Einstieg Tiflimauer Westkante ca. 1,5 Std.
  » Ennstaler Hütte – Einstieg Kleiner Buchstein SW-Grat ca. 3 Std.
Abstieg: Normalweg, (Schw. 1, teilw. versichert)
meine Meinung:
  » eine sehr nette Route
  » weil sehr abwechslungsreich: Platten, ausgesetzter Grat, Riss, landschaftlich sehr schön
  » tolle Ausblicke auf die übrigen Gesäuseberge

bilder: stefan, max, homer
bericht: homer

Wenn es seit Tagen regnet ...
und laut Wettervorhersage kein Ende abzusehen ist, was soll man da machen?
Keine Ahnung! Wir jedenfalls fahren zum Klettern ins Gesäuse!
Die Idee war, den Kleinen Buchstein zu machen, über den SW-Grat von der Ennstalerhütte aus.

Mittwoch 8. Juli 2009
Gemütlicher Aufstieg von Gstatterboden zur Ennstalerhütte. Wolken und Sonne zeichnen sehenswerte Stimmungen in den Himmel und in die Felswände der Gesäuseberge. Immer wieder gibt es leichte Regenschauer, dann knallt wieder die Sonne runter.

Die Ennstalerhütte ist sehr lässig gelegen mit tollen Blick auf sämtliche Berge des Gesäuses.

Vorbereitung - sortieren, schlichten, einpacken
Aufstieg zur Hütte - in Sonnenschein und Regenschauer
Immer wieder toller Ausblick - auf den Reichenstein und Kaibling und die Hochtorgruppe
Abendstimmung rund um die Ennstalerhütte

Donnerstag 9. Juli 2009
Wir starten um 7:45 in Richtung Kleiner Buchstein. Bis dorthin, wo der Normalweg auf die Tiflimauer abzweigt, ist der Weg gut und zügig zu gehen. Danach führt der Weg an der Tiflimauer vorbei und da wird es mühsamer: ständig geht es bisserl rauf und bisserl runter – oft auf Schotter. Der Kleine Buchstein kommt kaum näher.

Das Wetter ist ein Rätsel - Wolken ziehen umher, bilden da und dort dichte, dunkle Packen. Anderswo blitzt wieder der blaue Himmer durch. Der Gipfelaufbau des Kleinen Buchsteins aber ist die meiste Zeit fest in dunkle Wolken gehüllt.

Nach ca. 2,5 Stunden Zustieg ist der Buchstein immer noch ein ordentliches Stück weit weg und immer noch in schwarze Wolken gepackt. Wir beschließen auf Nummer Sicher zu gehen und ändern unseren Plan: Umdrehen und über die Westkante auf die Tiflimauer klettern. Wie zur Bestätigung der Entscheidung setzt just in dem Moment Regen ein.

Am Wandfuß der Westkante ankommen, hat es auch schon wieder aufgehört zu regnen und die Sonne heizt herunter.

Wir suchen den Einstieg – oft das schwierigste Unterfangen einer Kletterei! Wir könnnen keine Haken in der Wand finden. Auch als Gigi mal ein paar Meter hochklettert, kann er nichts finden. Also nehmen wir die Abbildungen im Führer nochmal näher unter die Lupe und siehe da: Wir sind offensichtlich falsch. Was wir für den vorgelagerten Gendarmen hielten, war einfach ein größerer Felskopf und was wir für die Westkante hielten, war der Gendarm – und dahinter versteckt sich die Tiflimauer-Westkante. Also wieder alles zusammenpacken und um den Gendarm herum. Was wir dann sahen, war dann doch eindeutig höher – höher als Gendarm und Felskopf zusammen!

Endlich Klettern
Nach der langen Hatscherei und frustrierenden Sucherei, freuen wir uns nun auf Klettern - endlich eine andere Art der Fortbewegung! Wir klettern in zwei Seilschaften – Gigi und ich mit den Halbseilen voraus und dahinter Max und Stefan mit Einfachseil.

Die 4+ Route wird verschärft durch die Regenschauer, die regelmäßig über uns kommen. Umdrehen will aber keiner, auch wenn der Fels nun stellenweise extrem rutschig ist. Regen, Wind und unsere schweren Bergschuhe geben dem Ganzen einen abenteurlich-alpinen Anstrich. Man könnte es als gute Übung für Höheres betrachten.

Die Route ist sehr nett, weil abwechslungsreich: Riss, Platten, ausgesetzter Grat, gestuftes 2er-Gelände.

Nach Regen in der letzten Seillänge (am brüchigen Grat, der zum Gipfel führt) haben wir Sonnenschein am Gipfel – samt beeindruckenden Regenbogen!

Und natürlich verziehen sich genau jetzt auch die Wolken vom Buchsteingipfel...

Morgenstimmung rund um die Ennstalerhütte
Zustieg - auf Dauer doch etwas mühsam
Endlich Klettern - zuerst falsch, dann richtig
Standeindrücke - Stefan, Max, Homer und Gigi fast synchron, Gigi gefällt das Wetter nicht
In der Wand - Regen und Sonnenschein wechseln sich ab
Am Gipfel - mit Blick zum jetzt doch noch wolkenfreien Buchstein