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01.09.2009
Piz Linard - 3411m
über den SO-Grat auf den höchsten Gipfel der Silvretta
max, homer

Gebirge: Silvretta
Region: Schweiz / Graubünden / Unterengadin
Talort: Lavin, 1412m
Stützpunkt: Chamanna dal Linard CAS, 2327m
Aufstieg: SO-Grat
Schwierigkeit: T6 / ZS / III (Erklärung auf www.sac-cas.ch)
Abstieg: S-Wand (ZS)


Piz Linard vom Piz Cotschen gesehen
von links zieht der SO-Grat empor

Tipps und Hinweise
  • die Linardhütte (Chamanna dal Linard) ist in den Sommermonaten bewirtschaftet
  • Schwierigkeiten am SO-Grat vorwiegend im I. und II. Grat – die eine oder andere Stelle vielleicht im Grat III-
  • es ist nichts eingebohrt, auch keine Stände
  • die Schwierigkeiten am Grat kann man stets entweder westlich (links) oder östlich (rechts) umgehen
  • man kann auch gleich hinter der Hütte auf den Grat hochsteigen - ist länger aber schöner, hier braucht man aber ein Seil zum Abseilen von einem Turm (angeblich

bilder: max, homer
bericht: homer

Montag, 31.08.2009 - Anreise und Aufstieg zur Hütte
Gegen 17 Uhr erreichen wir Lavin. Und was ist daheim liegen geblieben? Mein Klettergurt! Da wir keine genauen Informationen über die Schwierigkeiten am SO-Grat haben, wollten wir eigentlich sicherheitshalber das Kletterzeug mitnehmen. Naja, müssen wir eben improviesieren, falls es brenzlig werden sollte.

Für den Aufstieg zur Chamanna dal Linard brauchen wir gemütliche zwei Stunden. Als wir bei der Hütte ankommen, sind wir überrascht, denn die Hütte ist bewirtschaftet und das Essen wird soeben serviert! Im Internet ist die Hütte auf der DAV-Seite als Selbstversorger-Hütte kategorisiert (im Sept. 09). Und darunter hatten wir uns vorgestellt, dass man sich das Essen selbst mitnehmen muss...

Die Nacht verläuft so, wie viele Nächte im Lager für mich verlaufen: ich muss vor schnarchenden Schläfern flüchten. So werde ich immerhin vom Wirt persönlich geweckt, als er in der Früh in den Aufenthaltsraum kommt und über mich drüberstolpert...

Dienstag, 01.09.2009 - über den SO-Grat auf den Piz Linard
Von einem Gast auf der Hütte erfahren wir, dass der SO-Grat maximal den dritten Schwierigkeitsgrad erreicht. Also lassen wir das Sicherungszeug in der Hütte.

Zu Beginn geht´s gemütlich über Wiesen. Nach dem ersten See (eher eine Lacke) sucht man sich den Weg durch die Schotterhalde hinauf: mühsam zwei Schritte rauf, einen runter! Zum Schluss steigt man durch einen breiten, brüchigen Kamin hinauf zum Grat.

Hier beginnt die Kletterei. Wir bleiben immer möglichst direkt am Grat, wo der Fels relativ fest ist. Die Schwierigkeiten bewegen sich tatsächlich meist rund um den zweiten Grad, die eine oder andere Stelle ist dann mal ein bisserl drüber - vor allem da, wo Max eine neue Linie eröffnet: die Schleiss-Schlucht.

Das Klettern ist so richtig nett. Das Wetter ist perfekt, die Aussicht herrlich. Mit jedem Meter den wir höher steigen, bekommen wir mehr von der Ortler- und der Berninagruppe zu sehen.

Am Gipfel sind wir alleine - das beste, das einem am Berg passieren kann. Wir haben keine Eile und genießen Ruhe, Sonne und Ausblick.

Nach einer Stunde steigen wir über die Südflanke zur Hütte ab, was eine ziemlich schottrige Angelegenheit ist!

Nach kurzer Rast bei der Hütte geht´s weiter hinunter nach Lavin. Von dort mit dem Auto ins Nachbardorf Guarda, von wo aus wir am selben Tag noch zur Tuoihütte aufbrechen. (Fortsetzung)

Aufstieg zur Hütte

Am SO-Grat - zunächst gemütlich, dann etwas mühsam

Am SO-Grat - nette Kletterei im Sonnenschein und brüchigen Fels

Am Gipfel - Ruhe, Sonne, Aussicht - und Einsamkeit

Ausblick auf die Berninagruppe - mit dem markanten Biancograt