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05.06.2010
Großer Buchstein - 2224m
der lange, mühsame weg zum gipfel
gigi, max und homer

Gebirge: Ennstaler Alpen
Region: Österreich / Steiermark / Gesäuse
Talort: Gstatterboden, 653m
Stützpunkt: Buchsteinhaus, 1546m
Aufstieg: Südgrat
Schwierigkeit: III+
Abstieg: Normalweg


links: Buchstein, Südwand - Einstieg mit Kreis markiert
rechts: Zustieg, gesehen von der Abzweigung am Pfad zum Klettersteig
anklicken zum Vergrößern


Tipps und Hinweise
  • der Einstieg ist nicht leicht zu finden (auch ohne Nebel), keine Steinmanderln, kaum Steigspuren
  • große Steinschlaggefahr
  • an den Ständen sind jeweils zwei geklebte Haken
  • in der Route selbst stecken nur 3 geschlagene Haken
  • in manchen Seillängen kommt es zu hoher Seilreibung
  • in der 7. SL am Band nicht zu weit nach links queren,
    schon nach wenigen Metern führt die Route senkrecht nach oben zu einem weiteren Band
  • Topo und Infos sind auf bergsteigen.at zu finden

report
bilder: homer
text: homer

tag 1 - 04.06.2010
Dass wir es nicht versucht hätten, kann niemand behaupten!
Im Regen steigen wir zum Buchsteinhaus auf. Schließlich haben wir uns seit Wochen diese Tage für die Berge freigehalten. Außerdem soll zu Mittag die Wetterbesserung eintreffen. Im Buchsteinhaus warten wir darauf. Und tatsächlich, gegen zwölf Uhr reißen die Wolken auf und die Sonne bricht da und dort ein wenig durch. Und wir brechen auf zum Einstieg.

Doch am Fuße der Buchstein Südwand hängt immer noch Nebel. So laufen wir am Einstieg vorbei und laufen immer weiter am Wandfuß entlang - und lassen dabei den Einstieg immer weiter hinter uns.

Schließlich kehren wir um und entdecken am Weg zurück doch noch den Einstieg. Aber um einzusteigen in die Route ist es nun zu spät.

Wir beschließen am nächsten Tag wiederzukommen, lassen das Kletterzeug am Buchsteinhaus, steigen ab und begeben uns in unser gemütliches Quatier auf der Kaiserau.

tag 2 - 05.06.2010
Und wir versuchen es wieder...
Am nächsten Tag kann Max leider nicht mitkommen. Sein Knie verweigert den schmerzfreien Dienst.

Ist am Vortag das Regenwasser an uns herabgeronnen, so rinnt heute der Schweiß in Strömen.

Beim Buchsteinhaus treffen wir zwei weitere Seilschaften, die ebenfalls zum Südgrat-Einstieg wollen. Sie halten uns für unfreundliche Wiener, die nicht grüßen können. Deshalb zeigen sie sich nur wenig auskunftfreudig und geizen mit ihrem einheimischen Insiderwissen bezüglich Zustieg. Wir dürfen ihnen schließlich doch folgen und am Einstieg können wir sogar den kleinen Irrtum mit dem Grüßen aufklären.

Eine Grattour im Sinne von "links und recht´s geht´s steil bergab" ist der Südgrat nicht. Die Route ist jedoch mit Topo leicht zu finden.

Am Stand nach der 3. Seillänge begenet uns der größte freifliegende Fels, den ich je frei fliegen gesehen hab. Groß wie der Kühlschrank in meiner Küche, rast er nur wenige Meter von uns entfernt talwärts. Ich bin so überrascht, gebannt und fasziniert, dass ich seinen Aufschlag gar nicht wahrnehme. Mit Respekt und weichen Knien klettern wir weiter.

Einmal müssen wir die richtige Route etwas länger suchen. In der 7. Seillänge quere ich auf dem Band zu weit nach links hinaus - und dabei gerate ich doch etwas ins Schwitzen. Denn das Band ist abschüssig und mit Schnee bedeckt - und die letzte Sicherung sowieso irgendwo weit weg. Ich steige vorsichtig wieder zurück, bau an geeigneter Stelle einen Stand und lass Gigi nachkommen. Nach nochmaligem Studium der Topo findet Gigi schließlich den richtigen Weg.

Die 8. Seillänge ist mit 3+ die Schlüsselseillänge. Mit dem Wasser, das uns da entgegenrinnt und den Bergschuhen an unseren Füßen, geb ich ihr auch einen 4er.

Die Kletterei endet beim Ausstieg des Sündwandband-Klettersteigs (rot-weiße Markierung). Ab hier ist bis zum Gipfel Gehgelände.

Absteigen tun wir über den Normalweg.

tag 2 - 05.06.2010
Am nächsten Tag wollen wir dann nirgendwo mehr rauf.
Wir schlafen aus, genießen ein sonniges Frühstück auf der Terrasse und fahren nach Hause.

Aber wir werden wieder kommen ins Gesäuse - schließlich waren wir noch nicht auf allen Gipfeln!


max´ fotos